Vernetzung im Kinderschutz – über unseren Landkreis hinaus

Angehende Erzieher:innen aus Oschatz zu Gast bei der AWO Bautzen

Der Kinderschutz gehört zu den wichtigen Aufgaben pädagogischer Fachkräfte und sollte von Anfang an einen festen Platz in der Ausbildung zum Erzieher bzw. zur Erzieherin einnehmen.
Erzieher:innen arbeiten nah an den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und sind häufig die ersten, die Anzeichen von Gefährdungen wahrnehmen können.
Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, benötigen sie fundiertes Wissen, Sicherheit im pädagogischen Handeln und einen professionellen Blick für Risiken.

Am 10. September 2025 fand im AWO Kreisverband Bautzen ein dreistündiger Workshop zum Thema „Kinderschutz von Anfang an“ statt, der durch Nora Lehning vom Netzwerk für präventiven Kinderschutz geleitet wurde.

Herr Reimer, Fachbereichsleiter für Sozialpädagogik des Bildungszentrums für soziale und medizinische Berufe in Oschatz, unternahm mit 20 angehenden Erzieher:innen im Rahmen einer pädagogischen Woche eine mehrtägige Klassenfahrt nach Bautzen. Eine „Etappe“ der Klasse bestand im Besuch beim AWO Kreisverband Bautzen e.V..

„In Ausbildungen mit sozialen und erzieherischen Schwerpunkten, findet das Thema Kinderschutz noch zu wenig Beachtung“, so Herr Reimer vom Bildungszentrum Oschatz.
Daher sollte das Ziel des Workshops sein, den angehenden Erzieher:innen erste Einblicke und theoretischen Input im Kinderschutz zu vermitteln, um sich zukünftig im Umgang mit (möglichen) Kindeswohlgefährdungen handlungssicher zu fühlen.

Nach einem ersten Kennenlernen und Erfahrungsaustausch mit Hilfe von Bildimpulskarten reflektierten die Schüler:innen in Kleingruppen ihre eigenen biografischen Erfahrungen in pädagogischen Einrichtungen. Neben theoretischem Wissen spielte die praktische Handlungskompetenz eine entscheidende Rolle.

Ein zentraler Bestandteil des Workshops war daher auch die Frage:

„Was ist überhaupt zu tun, wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht? Welche Gefährdungsformen gibt es und welche rechtlichen Grundlagen sind im Kinderschutz zu beachten?“

Herr Reimer zeigte sich im Workshop sehr zufrieden mit der aktiven Beteiligung und dem großen Interesse seiner Klasse.
„Eigentlich hätten wir noch viel mehr Zeit gebraucht“, so sein Fazit. Der Workshop war ein erster wichtiger Schritt im Kinderschutz, um die Grundlagen für professionelles Handeln bereits in der Ausbildung zu legen.