Es sind doch die gleichen Kinder

Träger und Steuerungsgruppe Cunewalde (von links:) Bürgermeister Herr Martolock, Hort-Leiterin Frau Grellmann, Horterzieher Herr Langanki, Schulleiter Herr Binder, Lehrkraft Frau Porstorfer, AWO-Bereichsleiterin Frau Fahland, wissenschaftlicher Projektleiter Herr Schneider von der EHS.

Das „Modellprojekt Ganztagspiloten“ ging im Juni erfolgreich zu Ende. Unser Hort „Die Räuber“ in der Modellgemeinde Cunewalde war dabei. 

Leitung und Team des AWO-Hortes „Die Räuber“ in Weigsdorf-Köblitz (Gemeinde Cunewalde) hat schon seit Jahren im Blick, wie man den Kindern die Brücke zwischen Schule und Hort möglichst gut bauen kann und kooperiert seit langem eng mit der Grundschule.
Als dann die Ausschreibung für das „Modellprojekt Ganztagspiloten“ kam, war es ein logischer Schritt, sich zu bewerben. So gehörte die Gemeinde Cunewalde zu den elf sächsischen Modellstandorten.

Am 24. Juni 2026 ging mit der Abschlussveranstaltung im Sächsischen Kultusministerium nach vier arbeitsintensiven Jahren das Projekt erfolgreich zu Ende.
Teilnehmer, Einrichtungs-Träger und Vertreter:innen der Politik waren eingeladen, die Ergebnisse vorzustellen und zu diskutieren.

Verschiedene Perspektiven: Die Ergebnisse des Modellprojektes in Cunewalde.

Angela Grellmann, Leiterin des Hortes „Die Räuber“ hat für uns das Wichtigste zusammengefasst:

Ab August 2026 haben alle Kinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. In den folgenden Jahren wird der Rechtsanspruch auf die höheren Klassentufen ausgeweitet. Deshalb war es das Ziel, an den Modellstandorten Gelingensbedingungen für eine optimale und enge Verzahnung von Schule und Hort im Ganztag zum Wohle der Kinder zu erproben.

Der Blick wird abgewendet von Schule und Hort als ausschließlich eigene Refugien hin zu einem Teamgedanken, in dem man sich so viele Schnittstellen wie möglich zunutze macht, immer unter dem Motto:
„Es sind doch die gleichen Kinder, die jeweils in Schule und Hort betreut werden!“

Am Ende stehen also eine Art Qualitätsempfehlung für die Praxis sowie auch Bedingungen/Voraussetzungen, die es für eine gelingende Kooperation braucht. Diese sollen in politische Entscheidungen und den Transfer in die Praxis einfließen.

Und wie lief es in dem Projekt?

Wir waren mit wissenschaftlicher Begleitung der Evangelischen Hochschule Dresden (EHS) stetig dran, unsere Kooperation im Großen wie auch im Kleinen weiter zu vertiefen und optimal auf jedes Schuljahr anzupassen. Hierfür wurden diverse Perspektiven beleuchtet. 

Das Projekt hat unglaublich viele Zeitressourcen und Engagement gebündelt. Eine derart enge Kooperation erfordert unwahrscheinlich viel Abstimmung und Kommunikation zwischen Schule und Hort, eine absolut von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Haltung, ein ehrliches Interesse am jeweils anderen Arbeitsbereich und die Bereitschaft, jemanden in den eigenen Tanzbereich hinein zu lassen.  Mittlerweile können wir mit Stolz behaupten, auf diesem Gebiet Vorreiter in der Umgebung zu sein. Und dieses enge Zusammenwachsen trägt nun auch nach außen seine Früchte, denn wir werden immer wieder von Familien oder Außenstehenden gelobt, dass man diese enge und gute Zusammenarbeit spürt und dass es ein echter Mehrwehrt für die Kinder und Familien ist.

Auch andere Horte und Schulen waren schon bei uns im Haus, um von unseren Erfahrungen zu hören und sich Tipps zu holen.

Wenn die wissenschaftliche Begleitung durch die EHS jetzt auch endet, so wurde das Projekt doch vom Ministerium um ein weiteres Schuljahr verlängert. Diese Zeit soll zur Verstetigung genutzt werden, damit wir dann auch zukünftig genau auf dieser Erfolgsspur bleiben.